Digitalisierter Bienenstock Münchsmünster

Pünktlich zum Weltbienentag am 20. Mai zieht ein Bienenvolk in den digitalisierten Bienenstock in Münchsmünster

20.05.2020 Lesezeit: 2 min

Imker beim „Einschlagen“ des Bienenschwarms
Imker beim „Einschlagen“ des Bienenschwarms

Als Bestäuber haben die Bienen (Honig- und Wildbienen) eine elementar wichtige Funktion für den Erhalt der Biodiversität und für die Versorgungssicherheit mit Nahrung. Um die Wichtigkeit dieser Eigenschaft zu betonen, wurde der Weltbienentag am 20. Mai ins Leben gerufen. Der Weltbienentag geht auf den slowenischen Hofimermeister von Maria Theresia in Wien, Anton Janscha, zurück.

 

Die Audi Stiftung für Umwelt widmet sich seit ihrer Gründung vor mehr als 10 Jahren stetig dem Schutz und der Erforschung der Bienenwelt. Sie fördert Projekte an Schulen, die die Hemmschwelle zur Bienenhaltung verringern sollen. Das Verteilen von Bienenbeuten und Imkerausrüstung soll Schüler für das kleine und wichtige Insekt begeistern. Außerdem verbindet die Audi Stiftung für Umwelt unter dem Motto Greenovation klassische Umweltschutzaktivitäten mit High-Tech Forschung. So auch geschehen im Projekt we4bee, in dessen Rahmen letztes Jahr eine mit diversen Sensoren bestückte Bienenbeute entwickelt wurde. Mehr als 100 Exemplare dieser Bienenbeuten wurden seitdem gebaut und an teilnehmende Schulen und Bildungseinrichtungen ausgegeben. Die Bienenbeuten sind untereinander digital vernetzt. Sämtliche Daten laufen zentral auf dem Server der Universität Würzburg ein und werden dort von Data Science Spezialisten wissenschaftlich mittels Maschinellen Lernens analysiert. Das Ziel ist, durch Auswertung dieser Sensordaten ein detailliertes Verständnis des Bienenverhaltens und des Gesundheitszustandes der jeweiligen Bienenvölker zu erlangen. Daraus können Pflegemaßnahmen und optimale Eingriffszeitpunkte für den Imker abgeleitet werden. Auch Einflüsse aus der Umwelt auf die Bienen werden deutlich, wie beispielsweise der Einfluss von Wetter oder Verkehr auf Entwicklung und Verhalten der Bienen. Eine Vision des Projektes ist es, langfristig das Bienenvolk als Biosensor einsetzen zu können und über Mustererkennungsverfahren sogar Unwetterereignisse aus dem Bienenverhalten vorherzusagen.

 

Während letztes Jahr die Hardware entwickelt, getestet, produziert und verteilt wurde, „kommt jetzt Leben in die Bude“. In Zeiten des Corona-bedingten Shutdowns mit Schulschließungen wird es an vielen Stellen zu Verzögerungen kommen. Umso mehr freuen wir uns, dass der Bienenstock der Audi Stiftung für Umwelt unter Wahrung der Hygienevorschriften am vergangenen Wochenende – also pünktlich zum Weltbienentag 2020 – mit einem Bienenschwarm besetzt werden konnte. Die Bienen haben sich schnell in ihrem neuen Zuhause eingelebt, wie die Messdaten eindrucksvoll zeigen. Die Wage des digitalen Bienenstocks zeigte ein „Einzugsgewicht“ von 3,3 kg an. Nach nur einem Tag ist das Gewicht schon auf 4,4 kg angestiegen. Diese Messdaten zeigen eindrucksvoll, wie fleißig die Bienen Pollen und Nektar sammeln und mit dem Wabenbau und mit der Eiablage begonnen haben. Bleiben wir neugierig, wie sich das Bienenvolk entwickelt und welche spannenden Einblicke und Erkenntnisse wir durch die Sensoren erhalten werden.

 

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