Audi Stiftung für Umwelt unterstützt den Erhalt der Streuobstwiesen in Neckarsulm

Im Projekt „Streuobst gemeinsam erhalten und gestalten“ arbeiten die Pädagogische Hochschule Heidelberg, die Stadt Neckarsulm und Audi-Auszubildende am Standort gemeinsam daran, die Biodiversität der Region Neckarsulm zu bewahren. Dank der Installation einer Infotafel erfahren nun Radfahrer und Spaziergänger mehr über Streuobstwiesen als Hotspot der Artenvielfalt.

19.08.2025 — Lesezeit: 6 min

Ein Mann lässt bei sonnigem Wetter eine Drohne über einer grünen Wiese mit Obstbäumen und Baukran im Hintergrund fliegen.

Beim offiziellen Projektstart im Sommer 2024 betonten Oberbürgermeister Steffen Hertwig und Audi-Werkleiter Fred Schulze die Bedeutung der Streuobstwiesen für die Region und hoben das Engagement aller Partner hervor. Mit innovativen Technologien wie Drohnen und Satellitendaten analysieren Wissenschaftler der Hochschule den Zustand und die Vitalität der Obstbäume, um mögliche Krankheitsbefälle frühzeitig zu erkennen.

Nach ersten Drohnenbefliegungen im Sommer wurden die Bilddaten basierend auf dem sogenannten Structure-from-Motion-Verfahren (SfM) aufbereitet. In dem Zuge wurden genaue, entzerrte Kartenbilder (Orthomosaike), digitale Geländemodelle und Vegetationsindizes berechnet. Zusätzlich ermöglicht das Real-Time-Kinematic-Modul in der Drohne eine zentimetergenaue Erfassung der Standorte der Bäume. Durch diese Daten verknüpft mit einer Baumansprache am Boden erhält jeder Baum eine eigene Identifikationsnummer. Auf Basis der Einzelbaumerkennung kann eine präzise Zustandsaufnahme, Überwachung und Pflege erfolgen.

Neckarsulmer Audi-Auszubildende unterstützen das Projekt aktiv und lernen dabei den Einsatz moderner Methoden zur Überwachung und Pflege der Streuobstbäume kennen. Diese praktische Erfahrung sensibilisiert sie für den Schutz wertvoller Kulturlandschaften und begeistert sie für das Thema Nachhaltigkeit – auch über ihre Ausbildung hinaus.

Gruppe fröhlicher Menschen mit Äpfeln in der Hand steht und hockt unter Bäumen auf einer grünen Wiese für ein gemeinsames Foto.

Im Februar 2025 hat sich eine Azubi-Gruppe im Rahmen eines Projekttags im Baumschnitt geübt.  Dank der fachkundigen Einführung in die Schnittwerkzeuge und die korrekte Schnittposition durch Günter Glaser, stellvertretender Amtsleiter Bauhof, waren sie bestens vorbereitet, um ihre neuen Fähigkeiten im Feld zu testen – mit Erfolg, wie man auf den Bildern sehen kann! Auch der Neckarsulmer Werkleiter Fred Schulze und sein Werkmanagementkreis nahmen an einem Baumschnittkurs teil. Dabei bekamen beide Gruppen spannende Einblicke in die ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen sowie in das Pflanzen, Schneiden und Pflegen von Bäumen, um deren Gesundheit zu erhalten. Ziel des Baumschnitts ist es, eine optimale Baumkrone zu formen und eine frühe, ständige Fruchtbarkeit zu gewährleisten.

Gruppenfoto vor Infotafeln zum Thema Geomonitoring und Streuobstwiesen, aufgenommen in ländlicher Umgebung.

Im Juli 2025 trafen sich die Projektpartner, um auf der Streuobstwiese eine Infotafel zu enthüllen. Dank der neu installierten Tafel erfahren nun Radfahrer und Fußgänger interessante Details über das wichtige Kulturgut Streuobstwiese. Die Tafel lädt sie ein, selbst aktiv zu werden. Die Audi-Auszubildenden nutzten das Treffen für einen weiteren Projekttag. Unter fachkundiger Anleitung trainierten sie die Durchführung von Drohnenflügen zur Datenerhebung und das Kartieren der Bäume mithilfe einer Handy-App, um den Gesundheitszustand der Bäume zu erfassen. Professor Alexander Siegmund von der PH Heidelberg informierte über die Bedeutung der Streuobstwiesen als Hotspot der Artenvielfalt. Ziel der Einbindung von Azubis in das Streuobst-Projekt ist es, die Jugendlichen für den Naturschutz zu begeistern und sie in modernen Geo-Technologien auszubilden. Mit ihrer Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung dieser einzigartigen Kulturlandschaft.

Diese Streuobstwiesen sind ein prägender Landschaftsbestandteil in Baden-Württemberg, weswegen sie 2021 von der UNESCO-Kommission als „Immaterielles Kulturerbe“ ausgezeichnet wurden. Sie bieten nicht nur schmackhaftes, regionales Obst, sondern auch einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Vögel, Fledermäuse, Igel, Insekten und Spinnen finden hier ein Zuhause und tragen zur ökologischen Vielfalt bei.

Gruppe von 20 Personen steht auf einer Streuobstwiese neben einer Infotafel und blickt gemeinsam in die Kamera.