Mikroalgen – Multitalente für eine lebenswerte Zukunft?
Algen hat wohl jeder schon mal gegessen – als Umhüllung für Maki-Sushi oder in stark verarbeiteter Form als Verdickungsmittel in Fertiggerichten, wie z. B. Carrageen. Seit den 1950er Jahren werden Mikroalgen industriell kultiviert, um natürliche Rohstoffe für vielfältige Anwendungsbereiche zu erhalten.
26.02.2021 — Lesezeit: 3 min
Mikroalgen sind kleine einzellige Algen, die für die charakteristische Grünfärbung von Gewässern verantwortlich sind. Je nach Mikroalgenart eröffnen sich unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten, angefangen von Lebensmitteln, wie z. B. die frische grüne Farbe der beliebten Smoothies, über die Medizin oder Kosmetik, bis hin zum industriellen Bereich.
Die Algen lassen sich mit molekularbiologischen Verfahren so optimieren, dass sie als effiziente Rohstofflieferanten für Feinchemikalien dienen. Die in der Biomasse enthaltenen Fette können u. a. auch für die Bio- Kraftstoffproduktion verwendet werden. Bereits 2010 konnte ein Flugzeug nur mit „Algenkerosin“ betankt abheben. Mikroalgen werden als potenzielle Rohstoffquelle für alternative Kraftstoffe erforscht und könnten so in der Zukunft einen Beitrag zur Verringerung der Treibhausgase im Mobilitätssektor leisten.

Die industrielle Produktion von energiereichen Mikroalgen wurde bereits intensiv erforscht. In Labor- und Pilotstudien wurde beobachtet, dass ausgewählter Mikroalgenstämme höhere Biomasseerträge pro Flächeneinheit bei gleichzeitig niedrigerem Wasser- und Landverbrauch erzielen als konventionelle Kulturpflanzen.
Die Audi Stiftung für Umwelt unterstützt Forschungsarbeiten zur Produktion von Biokraftstoffen und Feinchemikalien aus Mikroalgen. Ziel ist die Untersuchung technischer und ökologischer Potenziale dieses Ansatzes. In diesem Fall dreht es sich um die Grünalge „Chlorella vulgaris“. Mit dieser Algenart sollen Erkenntnisse über mögliche Ertragssteigerungen an Feinchemikalien und möglicher Nebenprodukte gewonnen werden, die als alternative Kraftstoffe eingesetzt werden können.




