Stelen der Biodiversität – Audi Stiftung für Umwelt fördert nachhaltiges Projekt für Artenschutz & Umweltbildung

Im Rahmen des Umweltprojekts Stelen der Biodiversität werden alte Trafohäuser zum neuen Lebensraum für heimische Tierarten. So werden Umweltbildungsorte geschaffen, die dem Besucher Biodiversität und Artenvielfalt näherbringen.

30.07.2015 Lesezeit: 4 min

In dem bundesweit ausgelegten Umweltprojekt sollen ausgediente Trafohäuschen nachhaltig stufenweise zu „Stelen der Biodiversität“ umfunktioniert werden. Dazu werden an den Gebäuden gezielt wertvolle Lebensräume und Fortpflanzungsmöglichkeiten für regional prägende heimische Tierarten geschaffen. Ein besonderes Highlight stellt beispielsweise eine neu entwickelte Fledermaus-Thermokammer dar, die einen wertvollen Rückzugsraum für diese Tiere darstellt.

Umweltprojekt Trafohaus - Kunst trifft auf Nachhaltigkeit

Um die Öffentlichkeit bzw. die Passanten für das Thema Biodiversität und Artenschutz zu sensibilisieren, werden die Trafohäuschen mit meist überdimensionalen Tier- und Pflanzengrafiken bemalt, die dem Besucher schon von weitem ins Auge fallen. So soll Neugierde geweckt werden, das Umweltbildungsprojekt näher kennen zu lernen und mehr über die biologische Vielfalt der heimischen Fauna zu lernen.

Umweltbildung mit moderner Technik

Wo möglich werden die ehemaligen Trafotürme mit moderner Technik ausgestattet, die eine zeitgemäße Informationsvermittlung unterstützen. Mehr und mehr entfernt sich „der Mensch“ und mit ihm in besonderem Maße die uns nachfolgende Generation von der Natur. Die Namen und Ansprüche der uns begleitenden Lebensformen an ihre Lebensräume sind kaum mehr bekannt.

 

Auch aus diesem Grund wurde bei diesem Umweltprojekt großer Wert daraufgelegt, von Anfang an entsprechende Umweltbildungsangebote, etwa für Kindergärten zu integrieren. Spielerisch lernen die Kinder dabei, warum es sich „lohnt“, sich für die Natur und den Artenschutz einzusetzen und sich als Mensch aktiv einzubringen.

 

Gemeinsam für mehr sichtbaren Artenschutz und Umweltbildung

Gemeinsam arbeiteten die Projektpartner Verband „Artenschutz in Franken®“ und Audi Stiftung für Umwelt die Idee aus, schrittweise „Leuchttürme“ zum Artenschutz im gesamten Bundesgebiet zu schaffen. Neben konkretem Artenschutz zielt das Projekt darauf ab, auch außerhalb von Bildungszentren möglichst viele Menschen zu diesem wichtigen Thema zu erreichen.

 

Die Pilotphase startete im Jahr 2014 mit drei ausgewählten Trafotürmen in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen. Fachlich begleitet von dem rein ehrenamtlich tätigen Verband „Artenschutz in Franken®“, wurden diese umfangreich umgestaltet. Nicht zuletzt die Begeisterung der Projektpartner vor Ort hat dazu beigetragen, die Pilotphase zu den Stelen der Biodiversität erfolgreich abzuschließen und den Startschuss zur Auswahl weiterer geeigneter Objekte zu geben. Die Webseite www.stele-biodiversitaet.de gibt einen Überblick über dieses innovative Umweltprojekt und informiert über die derzeit schon umgesetzten Standorte. Vielleicht wird so der eine oder andere ermutigt, ähnliche Ideen nach Vorbild der Stelen der Biodiversität anzugehen, um somit einen weiteren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Viele Projekte wurden als Projekt der UN-Dekade für Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Den Vorbildcharakter dieses Projekts unterstreicht die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade für Biologische Vielfalt.
Den Vorbildcharakter dieses Projekts unterstreicht die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade für Biologische Vielfalt.

Standorte

Artenschutzturm in der Burgstadt Kastellaun

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Artenschutzturm in der Burgstadt Kastellaun

Offizielle Vorstellung und Übergabe der Stele der Biodiversität

Am 24.10.2016 wurde das ehemalige Trafohäuschen „In den Bergbitzen“ in Kastellaun, das im Laufe des Sommers zur „Stele der Biodiversität“ umgestaltet wurde, offiziell übergeben. Die Projektpartner Verband Artenschutz in Franken® und die Audi Stiftung für Umwelt schaffen seit 2014 schrittweise „Leuchttürme der Biodiversität“ und somit neben konkretem Artenschutz auch erlebbare Umweltbildung. Die Pilotphase startet 2014 mit der Umgestaltung von drei Trafohäuschen in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen.
In diesem Jahr wurde das Projekt nun erfolgreich fortgesetzt, in dem das vormalige Trafohaus in Kastellaun zum „Wildbienenturm“ umgewandelt wurde. In der neuen Umweltbildungsstation sind bereits Wildbienen und Fledermäuse eingezogen, und auch ein Turmfalke hat sich das Gebäude, das sein neues zu Hause werden soll, bereits angeschaut. Die Patenschaft für den „Wildbienenturm“ hat der katholische Kindergarten St. Helena Kastellaun übernommen.

 

Artenschutzprojekt in Ittlingen

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Artenschutzprojekt in Ittlingen

Neuer Lebensraum für bedrohte Tierarten


Die Audi Stiftung für Umwelt weihte am 24.10.2015 in Ittlingen bei Heilbronn eine Trafostation für bedrohte Tierarten ein. Im Rahmen des Projekts „Stelen der Biodiversität“ hat die Stiftung gemeinsam mit dem Verband Artenschutz in Franken® in den vergangenen Monaten drei Objekte realisiert – in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen.  Zusätzlich zum konkreten Artenschutz ist auch die Umweltbildung ein Schwerpunkt des Projekts. Ziel ist es, mit gemeinnützigen Institutionen die Menschen vor Ort mit der heimischen Natur vertraut zu machen und für den Erhalt der Artenvielfalt zu begeistern. In Ittlingen arbeitet die Audi-Umweltstiftung mit dem Verein St. Thomas und dem Familienzentrum der Gemeinde zusammen. Bis dato hat die Stiftung in dem bundesweit angelegten Projekt drei ehemalige Transformatorenhäuschen in Ittlingen, Suhl und Bad Staffelstein so umgestaltet, dass sie für zahlreiche, zum Teil bedrohte Tierarten wertvolle Lebensräume bieten. In Ittlingen im oberen Tal der Elsenz sind dies vor allem Zwergfledermäuse, Schleiereulen und Steinkäuze. Um Besucher und Spaziergänger auf den Umweltschutz aufmerksam zu machen, bemalte der Künstler Michael Horn den umfunktionierten Trafoturm mit großflächigen Tier- und Pflanzenmotiven. Eine Informationstafel gibt Aufschluss über das Projekt und die beherbergten Tierarten. Ein Flyer bietet einen Überblick über das Umweltprojekt und die drei „Stelen der Biodiversität“. QR-Codes laden zu einem virtuellen Rundgang mit umfassenden Informationen über das Artenschutzprojekt ein. In Suhl und Bad Staffelstein können Interessierte sich auch multimedial informieren, zum Beispiel Tiere über Webcams beobachten.

Artenschutzturm in Bad Staffelstein

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Artenschutzturm in Bad Staffelstein

Neues Quartier für Tiere im Trafohäuschen


Die Audi Stiftung für Umwelt GmbH weihte 2015 am Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein die erste „Stele der Biodiversität“ ein. Ein altes Trafohäuschen ist von dem Künstler/Naturmaler Michael Horn mit bunten Tier- und Pflanzendarstellungen bemalt und als Behausung für bedrohte Tierarten umgestaltet worden.  Die Zeichnungen sollen Spaziergänger auf den Artenschutz aufmerksam machen. Infotafeln geben Auskunft über Eigenschaften, Lebensgewohnheiten und Schutzstatus der bedrohten Arten. In dem jetzt fertig gestellten Turm sollen bedrohte Tierarten wie Schleiereule, Großes Mausohr und Gehörnte Mauerbiene einen Unterschlupf finden.

Artenschutzturm in Suhl

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Artenschutzturm in Suhl

Neuer Lebensraum im Trafohaus und Außenbereich


Gemeinsam mit der Stadt Suhl weihte die Audi Stiftung für Umwelt GmbH am 26. August 2015 ein umgestaltetes Trafohäuschen für bedrohte Tierarten ein. Es ist das zweite Objekt, das die Umweltstiftung im Rahmen dieses Projektes für den Artenschutz fertigstellt. Neben dem Artenschutz ist auch die Umweltbildung ein Schwerpunkt des Projekts: Durch die Installation von Webcams soll auch die ‚Smartphone- und Tablet-Generation‘ für den Erhalt der Artenvielfalt begeistert und mit der heimischen Natur vertraut gemacht werden.“ Vor Ort klärt eine multimediale Informationstafel Passanten über das Projekt auf und verlinkt auf den Livestream, der das Leben innerhalb des Trafoturms überträgt.

Das Türmchen in Suhl/Dietzhausen ist eines von drei Objekten der Pilotphase zu diesem Projekt in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen. Fachlich begleitet von der Initiative Verband Artenschutz in Franken®, wurde es umfangreich umgestaltet. Die in die Fassade eingebrachten speziellen Sekundärhabitate dienen vor allem der Mehlschwalbe, der Rauhautfledermaus oder der Wildbiene als hochwertiger Lebensraum. Besonderheiten am Projektstandort Thüringen: Neben dem Turm wurde auch der Außenbereich naturnah umgestaltet, um weiteren Lebensraum zu schaffen, etwa für heimische Vögel, Reptilien oder Kleinsäuger. Zusätzlich wurde ein nahe gelegener Bachlauf aufgewertet und eine Wildblumenwiese angelegt. Ein symbolisch erhaltener Strommast erinnert an die vormalige Nutzung des Turms und dient zeitgleich Vögeln als Ansitz - eine Gegebenheit die den Tieren vielerorts fehlt.

Wildbienenwand Schönau

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Wildbienenwand Schönau

Moderner Artenschutz und lebendige Umweltbildung

Junge Umweltschützer lernen den Lebensraum der Wildbienen kennen. Die Audi Stiftung für Umwelt setzt sich mit dem Bau einer Wildbienenwand in einem Kindergarten in Schönau am Königssee für die Erhaltung der Insektenart ein.

Die Menschen sind darauf angewiesen, dass Kulturpflanzen bestäubt werden – die Bienen spielen hierbei eine wichtige Rolle und sichern so das Überleben vieler Wildpflanzen. Durch eine zunehmend industrielle Landbewirtschaftung stehen zahlreiche Wildbienenarten am Rande des Aussterbens.

Die aus unterschiedlichen Materialien gefertigte Wand dient als Lebensraum für die Insekten und informiert zudem in Bild und Wort über die verschiedenen Wildbienenarten. Die jungen Umweltschützer erlernen vor Ort, Respekt und Achtung gegenüber der Tierwelt zu entwickeln. Die Wildbienenwand stellt darüber hinaus in den kommenden Jahren ein Umweltbildungsprojekt und Forschungsobjekt für den Artenschutz dar.

Weitere Informationen

Flyer zu den Stelen der Biodiversität

1 Seite, DE

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